Roadtrip 4 - Grand Canyon und Hoover Dam

Nach dem ruhigen Joshua Tree Nationalpark machen wir uns auf den weiten Weg zum Grand Canyon in Arizona. Die Fahrt dahin nimmt bei bequemem 60 Meilen-pro-Stunde Reisetempo (ca. 100 km/h) über 6 Stunden in Anspruch. Zugegebenermaßen ist sie aber sehr malerisch und lässt den Blick häufig über die Weiten des Landes stchweifen...

Wird die 60 Meilen-pro-Stunde Marke überschritten, verliert der V8 (Schiffs-?!)Motor alle Hemmungen und der Verbrauch schnellt auf über 30 Liter pro 100 Kilometer empor. Wahnsinn! Die Amis nehmens mit Humor ;)

Wir halten ca. 40 Meilen vor dem Grand Canyon für eine Übernachtung an. Verdammt ist das kalt!! Es folgt die kälteste Nacht überhaupt im Wohnmobil 2°C!

Am nächsten Tag geht es früh los und nach einer guten Stunde stehen wir an der Kante des größten Canyon der Welt!

Die Bilder können natürlich nicht die Dimensionen und Größe wiederspiegeln, sie vermitteln aber immerhin einen ganz guten ersten Eindruck wie tieeeeeef es da runter geht!

Es gibt sogar einen kleinen Geschenkeladen, welcher DIREKT auf der Klippe steht. Hier darf man keine Höhenangst beim shoppen haben.

Alles in Allem ist der Grand Canyon imposant - allerdings extrem touristisch und perfekt erschlossen. Wir kommen uns häufig etwas seltsam vor als wir mit unseren Wanderschuhen über den Asphalt, welcher jeden Winkel perfekt zugänglich macht, laufen. Auch verkehren oben am Canyon 3 Buslinien, welche verschiedene Aussichtspunkte ansteuern. Touristenläden, Restaurants (sogar ein McDonals direkt am Canyon), 2 Campingplätze und riesige Parkplatzareale (welche um 12 Uhr mittags vollständig belegt sind) runden das Angebot ab. Klar, der Grand Canyon zieht Besucher aus aller Welt an. Wir sind dennoch etwas vom Besucherandrang (...und das in der Nebensaison...) überrascht. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir zuvor im Joshua Tree Nationalpark nur sehr wenige Menschen getroffen haben.

Nach einer weiteren Nacht vor dem Canyon entschließen wir uns das nächste Ziel anzusteuern - fabulous Las Vegas.

Vor Las Vegas jedoch, machen wir einen kleinen Abstecher zum Hoover Dam - ebenfalls ein recht bekanntes Touristenziel.

Der seinerzeit größte Staudamm der Welt, welcher zeitweise bis zu 5000 Arbeiter beschäftigte, staut den Colorado River zum Lake Mead auf, welcher unter anderem für die Stadt Las Vegas überlebensnotwendig ist. Der Fluss bildet gleichzeitig die Grenze zwischen Arizona und Nevada.

Am Fuße des Staudamms auf der Rückseite befinden sich die Turbinen um den extrem hohen Energiebedarf von Las Vegas überhaupt bewältigen zu können.

Vorne im Bild sieht man den "Überlauf". Er ist nachfolgend im Detail dargestellt.

Würde das Wasser über die Grenze treten, läuft es durch eine weitere Turbine direkt um den Staudamm herum. Dies ist jedoch schon länger nicht mehr vorgekommen. Im Wüstenstaat Nevada herrscht seit einigen Jahren eine anhaltende Dürre. Der Wasserverbrauch von 1200 Liter pro Einwohner (!!) in Las Vegas führt dazu, dass der Lake Mead seit einigen Jahren immer mehr Wasser verliert. Dies lässt sich recht eindrucksvoll anhand der Wasserlinie beobachten...

Bevor es allerdings nach Las Vegas geht, beschließen wir noch eine Nacht am wirklich schönen Lake Mead zu campen.