Roadtrip 2 - Los Angeles die Megacity

Nachdem wir Santa Barbara durchquert haben, halten wir nach einer weiteren Stunde Fahrt noch kurz um etwas zu Mittag zu essen. Wir sind umgeben von schwarzen SUVs, Gucci Sonnenbrillen, Starbucks Kaffee überall und auch die plastische Chirugie hat hier und da deutliche (!!) Spuren hinterlassen - jup, es scheint als wären wir auf der richtigen Straße nach Malibu Beach!

Wir erreichen den Strand und würden euch gerne Fotos zeigen - leider versteckt sich das ganze Strandgebiet unter einer fetten Smog-Glocke! Die Sicht reicht kaum 20 Meter - und so richtig aussteigen mögen wir in der Luftverschmutzung auch nicht. Es handelt sich dabei um Sommersmog (auch L.A. Smog genannt). In Los Angeles wurde bei der Stadtplanung voll auf den Individualverkehr mit dem Auto gesetzt und es gibt nur ein sehr schlechtes Netz von öffentlichen Verkehrsmitteln. Teilweise 7 spurige (!!) Stadt-Highways welche sich an mehreren Stellen auf mehreren Ebenen kreuzen lassen das Verkehrschaos erahnen, in welchem sich die Stadt befindet. Auf 3,3 Millionen Einwohner (ca. 18 Millionen wenn man den Einzugsbereich mitrechnet) kommen 4 Millionen Kraftfahrzeuge. Dazu muss man wissen, dass die Amerikaner meist alleine im Auto sitzen. In der Stadt gibt es daher sogenannte HOV-Lanes - Schnellspuren auf denen Fahrzeuge mit 2 oder mehr Personen im Auto (also auch wir!) fahren dürfen. In den 2 Tagen LA haben wir wahrscheinlich 2+ Stunden Verkehrsstau nur durch die Nutzung dieser Spuren gespart - wenn das für Amerikaner keine Motivation für Fahrgemeinschaften ist. :)

In jedem Fall führt dieses immense Verkehrsaufkommen, zusammen mit Industrieabfällen, wenn es mehrere Tage hintereinander sehr warm ist zur Bildung der dicken Smog-Schicht, welche wie eine Glocke über der Stadt schwebt. Wir haben Glück (....) und dürfen dieses Schauspiel genießen.

Tja, da hat man einen Millionenanwesen mit 6fach Garage (kein Witz!) in Malibu und sieht nur Nebel. Die Welt kann unfair sein - Life's a Beach ;)

Wir fahren weiter nach LA in die Stadt.

Nach Malibu fahren wir in die Stadt. Damit wir uns direkt richtig integrieren können, haben wir das passende Fahrzeug direkt dabei. Es leistet ebenfalls seinen Beitrag zum Smog: 24 Liter auf 100 Kilometer schluckt der V8 Motor, dessen Betriebgeräusch ein bisschen an einen großen Schiffsdiesel erinnert, der unten irgendwo seinen Dienst verrichtet. Die "günstigen" Spritpreise, welche umgerechnet ca. 85 Eurocent pro Liter betragen, treiben einem dennoch Tränen in die Augen, wenn man der Tanknadel beim sinken zuschauen kann.

Als erstes Suchen wir in LA das wohl berühmteste Wahrzeichen, dass Hollywood Schild. Es ist schon von weither zu sehen....

...und hat eine bewegte Geschichte. Eigentlich war Hollywood ein gemächliches Dorf, dessen Bewohner Landwirtschaft betrieben, bis in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunders die Traumfabrik entstand, die wir heute kennen. Der Schriftzug lautete zunächst Hollywoodland aber durch einen Erdrutsch kurz nach Fertigstellung gingen die letzten 4 Buchstaben verloren.

Auf dem Weg meldet das Google-Navi: Es gibt eine Abkürung um möglichst nah an das Schild heran zu kommen! Cool, machen wir! Leider werden die Straßen immer enger als wir uns mit dem Wohnmobil dem Gifpel entgegenschrauben. Nach ein paar hundert Metern ist die Straße so verwunden und so schmal, dass es auch kein Zurück mehr gibt und wir nur noch vorwärts fahren können.

Von den Luxusvillen, den Terassen und Bürgersteigen der Hollywood Hills erhalten wir verwunderte Blicke wie zum Geier wir es bis hier rauf geschafft haben....die in den Fels geschlagenen Anwesen und winzigen Sträßchen wären echt wunderschön anzusehen, wäre da nicht unsere tuckernde "Wuchtbrumme" und würden uns nicht laufend niedrig hängende Äste die ans Dach scharben daran erinnern, dass wir hier falsch sind! In höchster Not erhalten wir zudem die Meldung "lost sattelite reception" - wenn man schon kein Glück hat kommt meist auch noch ne Portion Pech dazu!

Naja, leicht gebatet und nach quälend langen Minuten gekurve schaffen wir es dann irgendwie zurück auf eine Kreuzung und wir bekommen die erste Chance den Berg wieder herunter zu fahren. Puuuuuuhhhhhh.

Wir beschließen, "dass die Entfernung von unten eigentlich ganz OK ist und man sowieso besser Fotos von weiter weg machen kann!". ;)

Unsere zweite Station führt uns auf den Hollywood Boulevard.

Diese Straße kennt man aus zahlreichen Berichten über neue Filme und diverse Star-Auftritte. Jeder, der es im Showgeschäft "geschafft" hat, darf sich hier mit einem eigenen Stern verewigen. Nach der Navigationsgerät-Eskapade von vorhin beschenkt uns diesmal das Glück mit einem kostenlosen Parkplatz direkt auf dem Hollywood Boulevard!

Wie alles im Leben hat auch diese Medaille zwei Seiten. Zunächst die Sonnenseite: Wir entdeckten viele Bekannte Künstler auf dem Bürgersteig!

Wir sind jedoch verdutzt, dass es vielerorts auch Blankosterne zu geben scheint, gewissermaßen als Platzhalter für zukünftige Stars. Da es sehr viele gibt scheint ein Stern doch nicht so exklusiv zu sein. Ist also wohl doch nicht so schwer einen zu bekommen...

Nach kurzer Verhandlung bei einem Straßenhändler bietet dieser uns an eine Prüfung bei ihm abzulegen - Karaoke von George Michaels "Last Christmas" in F-Dur. 10 Minuten später haben wir unseren eigenen Stern auf dem Boulevard ;))

Okay, okay, ganz so einfach ist es nicht.

Aber es gibt auch etwas, über das das Fernsehen nicht berichtet: Auf dem Boulevard wird man alle 20 Meter von Unbekannten gefragt ob man eine Tour, eine Map oder sonstwas kaufen möchte. Man hat zudem das Gefühl ständing von Gestalten beobachtet zu werden, mit denen offensichtlich nicht gut Kirschenessen ist. Aus provisorisch bewohnten Hausecken, in denen Menschen schlafen, sitzen oder trinken läuft Urin über den, mit Sternen gesäumten, Bürgersteig - dank der Temperaturen wird so der Hollywood Boulevard auch olfaktorisch ein intensives Erlebnis.

Unsere letzte Station ist der Griffith Park - der größte Stadtpark einer amerikanischen Stadt. In Amerika ist alles groß - aber dieser Park ist wirklich riesig. Mitten im Park ist ein Berg von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt hat.

oder auf das Hollywood Schild.

Nur auf dem Parkplatz fallen wir mal wieder etwas auf :))

Wir sagen Los Angeles "Auf Wiedersehen!" denn unsere kurze Zeit reicht natürlich bei Weitem nicht aus die Stadt, insbesondere die Menschen hier, intensiv kennen zu lernen.