Hawai'i 3 - Big Island der große Vulkan und tauchen mit den Manta-Rochen

Nach der Badeinsel Maui mit ihren Sandstränden geht es weiter auf die größte und jüngste Insel des Atolls: Big Island

Big Island hat mehr Fläche als alle anderen hawaiianischen Inseln zusammen mal zwei. Sogar ein aktiver Vulkan ist vorhanden! Dennoch ist der Tourismus nicht so ausgeprägt wie auf O'ahu. Das liegt vor allem daran, dass fast alle Flüge nach Honolulu gehen. Der Flughafen von Big Island liegt mitten in einem Lavafeld. Da nur wenige Flüge gehen ist er entsprechend klein und... nun ja offen.
Das ist das Gate:

Unsere Bleibe ist ein kleines Condo innerhalb eines Apartmentkomplexes Namens Kona Islander Inn. Das scheint jedenfalls ein Trend zu sein: Räume innerhalb der Komplexe werden an Privatpersonen als Investment verkauft, welche die Räume wiederum über diverse Websites (allen voran AirBnB) weiter vermieten.

Dennoch gibt es eine Lobby und gemeinsame Flächen wie den Pool, Waschhaus und manchmal auch eine Sauna die zentral verwaltet werden. Hier seht ihr unsere Pool-area:

Die Anlage ist sehr gepflegt und toll bewaldet. Unser kleiner Raum hat zudem einen Balkon und bei Niederschlag hat man das Gefühl direkt im Regenwald zu sitzen :)

Die Stadt heißt Kailua-Kona. Die Hauptstraße kennen einige vielleicht aus dem TV. Warum? Hier startet der wohl härteste Triathlon der Welt: der Ironman (gibt's auch für Frauen!). Es wird jährlich auf Big Island ausgetragen und besteht aus 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Rad fahren und zum Abschluss wird noch ein Marathon über die volle Distanz, also 42 Kilometern, gelaufen. Startschuss und Zieleinlauf finden hier in Kona statt.

Wir müssen sagen, jetzt wo wir das feuchte und extrem warme Klima auf Hawai'i am eigenen Leib erfahren haben - hat sich der Respekt gegenüber den Teilnehmern verzehnfacht! Zudem ist es nicht überall einfach gleich, denn Hawai'i hat so ziemlich alle Klimazonen. Daher werden auch viele Hollywood filme hier produziert. Fährt man ca. eine Stunde von der Küste weg, die mit über 35 Grad am Mittag und hoher Luftfeuchtigkeit der tropischen Zone entspricht, sieht man grüne Wiesen und einen Baumbestand, welcher eher an Schottland erinnert. Zudem ist es ca. 10 Grad kühler.

Wie gesagt: Big Island ist die jüngste Insel von Hawai'i. Daher befindet sich überall das typische, schwarze Lavagestein. Die See hatte noch keine Zeit, mittels Millionen kleiner Wellen die großen Gesteinsbrocken am Strand in feinen Sand zu verwandeln.

An einem Strand ist der Prozess jedoch schon fortgeschritten: Die großen Brocken wurden schon zerkleinert, allerdings ist der Sand immer noch Schwarz. Daher der Name Black Beach. Diesen besuchen wir an unserem zweiten Tag auf Big Island.

Der Black Beach ist etwas ganz besonderes: zunächst ist es ziemlich gefährlich mit Flip-Flops darüber zu laufen. Die Sonne heizt den schwarzen Sand extrem auf und es drohen echte Verbrennungen!

Viel spannender ist aber das Naturschauspiel, was sich im Wasser vor dem Black Beach abspielt. Hier treiben Meeresschildkröten ziemlich müßig hin und her. Sie lassen sich einige Stunden von der Strömung im Wasser treiben...

... bis sie schließlich erschöpft an den Strand krabbeln - ihnen macht der heiße Sand offenbar nichts aus - um sich auszuruhen. Am Strand dösen sie dann einige Stunden.

In der Nacht kann man die Schildkröten manchmal dabei beobachten wie sie ihre Eier, aus dem der Nachwuchs schlüpfen wird, im Sand vergraben.

Nach Black Sand Beach fahren wir weiter zu dem Vulkan Kīlauea. Er ist noch aktiv und von oben kann man in seinen Lavasee schauen (allerdings nur mit dem Helikopter). Überall auf dem Gelände sind Sensoren verteilt welche zumeist Tage vor einem weiteren Ausbruch (es gibt mehrere kleine Ausbrüche pro Jahr) bereits tektonische Aktivitäten melden.

Wenn man sich dem Kraterrand nähert, gibt es rechts und links der Straße sogenannte Vents also Kamine aus denen schwefelhaltiger Dampf steigt. Grundwasser dringt tief ins Gestein ein, trifft auf die heißen Gesteinsschichten und steigt als Dampf auf. Wir unternehmen eine kleine Wanderung durch die Sulfur fields....

...welche uns nach ca. 1 Stunde zum äußeren Kraterrand des Kīlauea führt. WOW! Das sieht aus als würde hier ein Raumschiff landen! So eine riesige Fläche! Der große Vulkanausbruch, der letztlich zur Entstehung von Big Island führte muss absolut apokalyptische Ausmaße gehabt haben! Die Bilder geben die Größenverhältnisse nicht so richtig wieder - der Krater hat einen Durchmesser von knapp einem Kilometer.

Schaut man genauer hin, erkennt man sehr genau die verkrustete Lavadecke auf dem alten Vulkan.

Wenige Kilometer entfernt ist das heiße Lavagestein mit kaltem Wasser in Kontakt gekommen. Über viele Jahrtausende sind so die Lava Tubes entstanden, welche man heute besichtigen kann. Der kurze Gang erinnert an eine Tropfsteinhöhle aus Lavagestein.

Nachdem wir die Insel mit dem Auto erkundet haben, entschließen wir uns noch zu einer Aktivität, die man so nur auf Big Island durchführen kann: dem Manta Night Dive

Wir rufen bei einer der lokalen Tauch-Firmen an und buchen zwei Tauchgänge. Wenige Stunden später stehen wir am Pier und steigen auf das Boot.

Zunächst fahren wir ca. eine halbe Stunde zu einem Ankerplatz an einem Riff. Auf dem Weg erfahren wir einige Fakten zu den Fischen, die wir (hoffentlich) gleich sehen werden. Wir sind immerhin über 2 Jahre lang nicht mehr getaucht und machen uns nochmal mit den Geräten vertraut - daher sind wir auch etwas aufgeregt. Die Crew ist echt professionell und super freundlich.

Wir haben 2 Tauchgänge gebucht. Der erste Tauchgang ist ein Deep-Dive im Riff und ist gut um wieder rein zu kommen. Besonders die riesigen Kolonnen an Putzerfischen, welche sich gegenseitig in Formation reinigen, stellen ein imposantes Schauspiel dar. Die einen Fressen, während die anderen durch die Waschstraße schwimmen :)

Der zweite Tauchgang ist der Night Dive mit den Mantarochen. Viele internationale Tauchmagazine bewerten diesen als den No.1 Night Dive in the world. Die Mantarochen sind in der Vielzahl und Größe nur so vor Big Island zu finden. Die Rochen können bis zu einer Spannweite von über 2 Metern heranwachsen und die größten wiegen 1 Tonne.

Die Tiere sind für uns Menschen völlig ungefährlich und filtern Plankton als Nahrung aus dem Wasser. Plankton wird bei Nacht von Licht angezogen. Wenn man sich also mit einer Unterwasserlampe auf den Meeresboden setzt und mit der Lampe in Richtung der Wasseroberfläche leuchtet, eröffnet man ein riesiges Buffet für die sanftmütigen Giganten:

Wir können euch sagen: Wenn eine Tonne Fisch auf euch zu schwimmt und dabei das Maul, welches etwa die Größe eines Kanaldeckels hat, aufreißt und nur kurz vorher ausweicht, wird einem zunächst etwas anders. Zumal es sich nicht um nur einen Manta handelt sondern um 45 (!!) - wir hatten absolutes Glück, normalerweise sieht man ca. 10 Mantarochen. :)
Nach ein, zwei Minuten haben wir uns in das Ballett der Mantas eingefunden und genießen die Show - eine Stunde lang. Wahnsinn, wir sind total begeistert!!!

Wir haben sogar ein Video für euch: